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Learning by doing im Social Web

Ich bin absolut ein Befürworter von “Learning by doing” im heutigen Social Web. Man muss ein Gespür kriegen für die Eigenarten der einzelnen Plattformen. In Kundengesprächen höre ich immer wieder von der Angst, dass Fehler – die realistischerweise immer wieder mal passieren – grosse Kreise ziehen.

Fehler passieren immer wieder. Swisscom bringt die ADSL-Verbindung nicht hin, Cablecom das Adresschaos. Wir alle wissen: das ist normal. Die Frage ist nicht “Wie verstecke ich meine Fehler?”, sondern “Wie gehe ich transparent mit Fehlern um?” und “Nehme ich Kritik ernst und ziehe Konsequenzen, um mich zu verbessern?”.

Das heutige Web – das Social Web – ist nicht böse, es ist transparent. Für Denjenigen, der dubiose Geschäfte betreibt, mag es böse scheinen – für alle anderen (auch wenn sie ab und zu Fehler machen) ist die Bereinigung des Fehlers ein paar Sätze weit.

Tipps fürs Lernen (und man wird nicht ums Lernen herum kommen):

1. Eröffne Profile in Twitter, LinkedIn, Xing, Facebook, Google+ etc
Mit eigenem, erkennbaren Gesicht als Profilfoto und mit echtem Namen. Finde Bekannte in den jeweiligen Netzwerken. In offenen Netzwerken wie Twitter und Google+: folge Anderen, die zu deinen Themen etwas zu sagen haben.

2. Zuhören und beobachten
Verbringe Zeit auf allen Diensten mit dem Ziel, die jeweilige Funktionsweise kennen zu lernen. Was bedeutet ein #hashtag? Welche Benutzer sind zu einem bestimmten Thema oder auch regional aktiv? Welche Arten von Informationen veröffentlichen Leute, die schon länger unterwegs sind? Welche Beiträge werden weiter geteilt?

3. Eröffne ein Blog auf wordpress.com
Themenblogs werden in der Schweiz noch extrem unterschätzt. Weil man oft Blogs zu wenig kennt, ihre Dynamik nicht versteht und Vorurteile hat. Eröffne ein Blog zu einem Interessensgebiet auf wordpress.com – nicht fürs Geschäft. Lerne mit WordPress umzugehen. Finde andere Blogs zu ähnlichen Themen und abonniere sie per RSS.

4. Stichwort RSS: Google Reader
RSS muss ein Blogger kennen. Am besten bei Google Reader anmelden und einige Blogs abonnieren. Wer Google Reader nicht auf Anhieb versteht: keine Sorge, es lohnt sich. Suche erklärende Videos in YouTube über Google Reader. (ich muss mal ein Screencast dazu produzieren)

Zusätzlich zum Google Reader benutze ich auf dem iPad die App “Reeder” (aus Zürich). Es verbindet sich mit den Abos im Google Reader, liest sich prima und bietet gute Funktionen fürs Teilen von guten Artikeln. Das kleine Geld locker wert.

5. Partizipiere
Lese im RSS-Reader die interessanten Blogs zum Thema und wo du etwas zu ergänzen hast, beteilige dich an der Diskussion in den Kommentaren unter dem Blogartikel. Tweete Artikel von anderen, die du besonders interessant findest. Finde in Twitter die Tweeters zum Thema und folge denen. Antworte auf Fragen, wenn du helfen kannst. Finde aktive Fanseiten in Facebook und versuche herauszufinden, weshalb einige Fanseiten mehr aktivere Fans haben als andere.

6. Frage, um zu lernen
Sei offen für Kritik und Feedback. Sei sogar aktiv auf der Suche nach Feedback. Frage einzelne Personen, was du besser tun könntest. Gerade auch, wenn du merkst, dass du jemanden genervt hast.

7. Wage dich an Offline-Veranstaltungen
Skaliert das? Egal. Es geht jetzt ums Lernen, ums Eintauchen in das Social Web. Zuerst ausprobieren, dann Fragen stellen. Es ist immens wertvoll, zu merken, dass echte Menschen mit Charaktern, Dialekten und Humorarten hinter den Avatars in Twitter stehen. Regionale Veranstaltungen wie #twitterbier oder #pokeRT eignen sich in der Deutschschweiz gut.

Wenn du mit diesen Punkten ein paar Monate lang experimentiert hast, solltest du ein viel besseres Bild haben davon, was man wie macht im heutigen Web und weshalb man andere Dinge besser sein lässt.

Erst wenn ein Gespür da ist, sollte man es im Namen “eines Brands” wagen, sich in die Diskussion einzubringen. Ansonsten ist die Gefahr hoch, dass man in klassischem Marketing-Manier loslegt und scheitert. Und nachher dem Chef sagt: in unserem Bereich bringt das Social Web nichts.

Das Social Web ist in allen Bereichen relevant. Es betrifft alle. Es löst das alte Web ab (und ist nicht mit Facebook und Twitter zu verwechseln).

Author: Sam Steiner

Ich berate Firmen zum wirksamen Einsatz der verschiedenen Web-Plattformen. Habe 12 Jahre Webagentur-Erfahrung, diverse Online-Communitys aufgebaut und beschäftige mich laufend mit den neusten Trends im Web. und Twitter. E-Mail: sam.steiner@alike.ch. Xing: Sam Steiner.

2 Comments

  1. diesen Blog von Ihnen finde ich super!
    Sagt Dinge, die ich so unterschreiben würde – aus eigener Erfahrung!
    Danke!

    Werde mir erlauben, das hin und wieder zu zitieren, natürlich mit Quellenangabe!

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