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Google+ vs. Facebook?

Ist Google+ ungefähr das Gleiche wie Facebook? Nein. Die beiden Plattformen unterscheiden sich stark in ihrer Grundessenz. Wer sie gleichsetzt, vergisst, um was es eigentlich geht bei Social Networks: Verbindungen zwischen Menschen. Solche Verbindungen können sehr unterschiedlich sein.

Facebook verbindet eher lokal. Freunde, Arbeitskollegen, Vereinskollegen und grundsätzlich eher Menschen, die man in Person schon mal getroffen hat. Die Verbindungen sind zweiseitig – beide Personen bestätigen die Verbindung. Kommunikation geschieht geografisch eher lokal/langsam.

Google+ verbindet thematisch. Ich finde (bisher?) weniger Freunde auf Google+ – das ist OK so. In Google+ geht’s mehr um Themen als um Quizzies und Stalking. Verbindungen sind einseitig: ich kann Leuten folgen, überall in der Welt. Sie müssen nicht zurückfolgen oder bestätigen. Kommunikation ist eher schnell, wie Twitter (aber grössere Diskussionen sind einiges übersichtlicher als in Twitter). Google+ geht mehr in Richtung: Informationsquelle, Arbeitsinstrument (mit Hangouts in Kombination mit Google Docs).

Wer Zahlen von Google+ mit Facebook vergleicht, verwechselt Äpfel und Birnen. Wer sagt, Google+ sei einfach eine Facebook-Kopie von Google, irrt.

Google will natürlich viele Benutzer gewinnen (und hat die Kraft dazu). Google+ ist trotzdem kein Facebook-Killer. Auch wenn sie diesselbe Anzahl Benutzer hätten, wäre Platz für beide – weil die Grundstruktur komplett anders ist.

Author: Sam Steiner

Ich berate Firmen zum wirksamen Einsatz der verschiedenen Web-Plattformen. Habe 12 Jahre Webagentur-Erfahrung, diverse Online-Communitys aufgebaut und beschäftige mich laufend mit den neusten Trends im Web. und Twitter. E-Mail: sam.steiner@alike.ch. Xing: Sam Steiner.

7 Comments

  1. Sehr gut umschrieben, wie ich finde.
    Auch für mich ist Facebook das private, persönliche Netzwerk. Wen ich da befreundet habe, kenne ich auch persönlich. Die andere Seite bietet mir Twitter, hier folge ich wildfremden Leuten, welche ich aus irgendeinem Grund interessant finde – gleiches auch von der Gegenseite her, irgendwie muss mein Zeug von wem als lesenswert erachtet worden sein.
    Google+ ist für mich irgendetwas dazwischen, ein “erweitertes Twitter” oder ein “unpersönlicheres Facebook”. Die Diskussionen sind übersichtlicher als bei Twitter, auch die Tools (Hangout & Co) sind sehr gut gemacht und spannend. Da ich und mein Umfeld jedoch noch gar nie ein Bedürfnis nach so etwas hatten, bin ich bei Google+ unterdessen nicht mehr aktiv.
    Zum Abschluss noch ein Kritikpunkt an Google+: Dass der Service neuen Usern nun aufgezwungen wird (man kann sich bei keinen Google-Dienst mehr registrieren, ohne auch einen G+ Account zu erhalten), finde ich ziemlich sinnfrei. So wird der Dienst mit mit ungenutzten und vorallem ungewollten Accounts quantitativ zugemüllt, das man bald von den nächsten x Millionen Usern sprechen kann.

  2. @Roger – ich bin nicht überrascht, dass Leute aufhören, Google+ zu verwenden, wenn sie erwarten, dass alle Freunde dahin wechseln und sie unter Freunden Google Hangouts verwenden können. Das ist genau mein Punkt oben: es ist kein zweites Facebook.

    Ich habe mittlerweile mehrere Hangouts pro Woche. Es spart mir schlichtweg Unmengen an Zeit, was für mich als Ein-Mann-Unternehmen wertvoll ist. Zudem bin ich in einem internationalen Projekt, das einiges besser geht mit dem gezielten Einsatz von Hangouts (und natürlich anderen Tools wie Google Docs).

  3. @Sam
    Da stimme ich dir voll und ganz zu, es ist kein zweites/weiteres Facebook/Twitter/wasauchimmer.

    Gut, da sehe ich deinen Nutzen, aber: Gibt es einen Grund, wieso du nicht Skype verwendest? So machen wir das bei “entfernten” Sitzungen, Skype und paralell öfters auch Google Docs.

  4. Weil ich Skype verabscheue ist mein Hauptgrund (ausserdem konnte ich, als ich das zuletzt versucht hatte, mit Skype nur 2 Personen in einem Video-Meeting drin haben – mehr geht sicher mittlerweile, bin aber praktisch weg von Skype).

  5. Pingback: Wochenrückblick 10|12

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